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Five O'Clock Heroes - Bend to the breaks

Five O'Clock Heroes - Bend to the breaks

PIAS / Rough Trade
VÖ: 09.02.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Schwindelnd erregend

Wieder eine Band mit viel Fassade, viel Attitüde und einer Menge Farbspray. Man riecht beinahe den vermeintlich frischen Mörtel, der das ganze mehr oder weniger zusammenhalten soll. Und dann doch: Wow! Diese ersten beiden Songs! Waschechte Hits, zu denen man sich die Indiedisco ins heimische Wohnzimmer wünscht. Und am Ende vielleicht die Möbelgarnitur abfackelt. "When the lights go down / You don't be scared." Eben, gibt es doch gar keinen Grund zu.

Die Five O'Clock Heroes machen vieles richtig, vor allem dann, wenn sie sich selbst nicht allzu wichtig und nicht allzu ernst nimmt, was ja schon im Bandnamen angedeutet ist. Wenn der Frontmann dieser New Yorker Kapelle den rrrrrollenden Joe Strummer gibt, dann hat das nichts mit Kupferei oder Ideenlosigkeit zu tun, sondern viel eher mit einer Verbeugung vor den guten, alten Zeiten. Dabei schafft es der Vierer, vieles zu einem Ganzen zu verknüpfen: Stehen in "Skin deep" beide Ohren stramm, weil man meint, die leibhaftigen The Clash vor sich zu haben, so erinnert "Want your number" nicht nur textlich an die Smiths. Während jedoch ein Morrissey sich in Leid, Schmerz und der bösen Welt suhlt, hält Ellis nach den hübschen Mädchen in den vordersten Reihen Ausschau.

Was die Five O'Clock Heroes sonst noch auszeichnet und definitiv aus der Masse herausstechen lässt, das sind die wirklich fantastischen Hooklines und die perlenden Melodien, die noch den verkrampftesten Hintern zum Wackeln bringen. "Anybody home" kokettiert so sehr mit seinem Offbeat, dass einem auch ohne Grünzeug fast ganz schwindelig wird. Und man fragt sich: Das sind tatsächlich Amerikaner? Irgendwie seltsam. Aber nicht weiter verwunderlich, konnten gute amerikanische Bands doch schon immer mit den Waffen des Feindes Erfolg haben. Die Strokes bewiesen das auf ihrem Debüt-Album, und wären die Five O'Clock Heroes ganz ehrlich, sie gäben zu, so was Ähnliches auch gewollt zu haben.

Klar ist den meisten Songs eine gewisse Ironie anzuhören. Und dass es genügend Füllmaterial im Sinne von "Good lovers" oder "Time on my hands" gibt, braucht auch nicht verschwiegen zu werden, das kleine Augenzwinkern in allen Songs ist schließlich nicht nur Coolness, sondern auch ein guter Schutzschirm gegen Kritik. Und bei aller Abgeklärtheit: Gegen Erfolg, gegen den hätten sie trotzdem nichts einzuwenden. Der sollte mit Songs wie "Corporate boys" allerdings auch alles andere als ausbleiben. Sei es als Werbesong für irgendeine Jeansmarke. Helden der Stunde? Es sei ihnen gegönnt.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Head games
  • Want your number
  • Skin deep

Tracklist

  1. Head games
  2. Anybody home
  3. Time on my hands
  4. Run to her
  5. Want your numer
  6. Good lovers
  7. Skin deep
  8. Corporate boys
  9. Stay the night
  10. White girls
  11. In control
  12. Got to give it up

Gesamtspielzeit: 40:23 min.

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