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Jomi Massage - From where no one belongs, I will sing ...

Jomi Massage - From where no one belongs, I will sing ...

Morningside / Cargo
VÖ: 17.11.2006

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Exzentrische Spannung

Wenn zu viel Spannung herrscht, braucht es manchmal den geringsten Funken für eine unerwartet intensive Reaktion. Wie Anfang 2006, als das geplante Cover für Signe Høirup Wille-Jørgensens zweites Album unter dem Pseudonym Jomi Massage massiven Wirbel im heimatlichen Dänemark verursachte: Ihr von einer aus der der Nationalfahne gefertigten Burka verhülltes Gesicht sollte auf der Hülle von "From where no one belongs, I will sing ..." für einen offenen Dialog der Kulturen werben. Doch was als versöhnlicher Kommentar zur Aufruhr um die von der dänischen Zeitung Jyllands-Posten gedruckten Mohammed-Karrikaturen gemeint war, sorgte für noch mehr Aufregung. Und schließlich für den Austausch des vermeintlich provokanten Artworks.

Man könnte der Frontfrau der Lärmexperten Speaker Bite Me jetzt vielleicht vorwerfen, eingeknickt zu sein. Aber die Radikalität, mit der "From where no one belongs, I will sing ..." auf den unvorbereiteten Hörer einströmt, läßt nicht mit sich verhandeln. Klaviernoten laufen Zickzack, die Gitarren beschränkt sich auf Dissonanzen, und selbst in musikalisch beinahe besinnlichen Momenten setzt es unversöhnliche Zeilen wie "The ones I leave I hope to only meet in hell." Da stehen Nackenhaare stramm und flimmern Herzkammern.

"Opposite of nothing" verliert gleich mal die Nerven. "Be brutal" würde sich erstarrt vor Liebe die Brust aufreißen - wenn das Gefühl nur gewalttätig genug wäre. Das militaristische "A details" geißelt die Nachgiebigkeit selbstgewählt unterdrückter Frauen. Und das gallige "High heels ascending" kümmert sich nur noch um sich selbst: "Screaming, I'm screaming / Sending horizons backwards."

Aggressives Moll und zerschundene Melodien prallen für "From where no one belongs, I will sing ..." aufeinander. Die Zerbrechlichkeit von "The last & saddest way" oder dem sechseinhalb Minuten lang verzagenden "All the empty spaces" kontrastiert die vibrierende Spannung von "Waters of lost & found" und das berstende Verlangen des großartigen "Longing as lust". Und beinahe kann man die dadurch entstehende Elektrizität spüren. Dabei sind es minimalistische Gesten und stoische Harmoniereduktionen, die auf dem Zweitling der Dänin ein Eigenleben entwickeln. Im Lauten und im Leisen. Und damit erneut eine Atmosphäre erschaffen, in der Kunst das Potential für Funkenflug bietet. Als hätte sie alles schon vorher gewußt.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • What to pass on/what to keep
  • Be brutal
  • Longing as lust
  • A detail
  • All the empty spaces

Tracklist

  1. Redwinelips
  2. Opposite of nothing
  3. What to pass on/what to keep
  4. Be brutal
  5. High heels accounting
  6. Waters of lost & found
  7. Longing as lust
  8. A detail
  9. The last & saddest way
  10. All the empty space
  11. Like weather

Gesamtspielzeit: 46:25 min.