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+/- - Let's build a fire

+/- - Let's build a fire

Absolutely Kosher / BB*Island / Cargo
VÖ: 12.01.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Höhere Mathematik

Jetzt nicht verwirren lassen, aber das Jahr 2007 geht ausnahmsweise irgendwann 1930 los. +/- haben nach all den Platten, Projekten und Jahren endlich ihre Zeitmaschine zum Laufen gebracht, lassen nun eingerostetes Grammophon knistern und spielen an Schalldämpfertrompeten rum, die mit dem Erstickungstod kämpfen. "Maybe it's better / If I start focusing" singt James Baluyut, der Boss hier, irgendwann dazwischen. Und dann buddelt sich plötzlich der Song unter dem Sound nach oben, angefeuert von einer knarzigen E-Gitarre, weggewischt schließlich von den befreiten Bläsern, die sich längst zur Festtagsfanfare aufgeplustert haben. "So let's build a fire / To burn away the past." Ein frohes neues Jahr.

Auch in "Fadeout" zuckt und zappelt die Gitarre anschließend nervös, auch hier gibt es irgendwann den Moment, in dem der Song links rüberzieht, sich losreißt von jeder Disziplin und ganz folgerichtig bald schon Bekanntschaft macht mit der nächst besten Betonwand. Ist halt so bei +/-. Mit diesem oder jenem Extrainstrument nimmt man es hier nicht so genau, der Laptop darf schon mal länger ohne Aufsicht ins Internet, und bevor irgendwer pampig wird, ziehen sie schnell die richtige Popsongantwort zu all den Eskapaden aus ihren Laborkittelärmeln. Das machen sie dann wie ein besonders altkluger Professor. Ganz frisch sind sie selbst ja auch nicht mehr.

Es geht aber auch andersrum auf "Let's build a fire", etwa mit dem gerade gebogenen Quasi-Elliott-Smith-Song "The important thing is love", der sich von einem besonders penetranten Schlägertruppschlagzeug den Arsch versohlen lassen muss. Wichtig ist also nicht, ob die Henne oder das Ei, der Song oder die verrückte Bonusidee, die den Song um die Ecke bringt, zuerst da war. Wichtig ist, wie sie hier miteinander versöhnt, aneinander gewöhnt und gegeneinander aufgehetzt werden. Die muntere Gitarrenmelodie aus "Thrown into the fire" wird beispielsweise ziemlich gut fertig mit den übereifrigen Drums, die kurz nach einem Hänger mitten im Lied ausrasten. Und der plüschige Hippiekram von "Summer dress 2" hat es ohnehin leicht mit seinem aufdrängelnden Klavier, das irgendwann dazwischen geworfen wird.

Auffallen muss einem trotzdem, wie schummrig der Platte im Mittelteil plötzlich wird. In "Ignoring all the detour" - Glockenspiel, Streicher, Sommerregen - verpasst die Kratzbürstengitarre am Ende beinahe ihren Einsatz, im sowieso baufälligen "Profession" tanzen die Schellenkränze um ein Lagerfeuer, das schon länger nicht mehr brennt. Der entscheidende Ruck aber kommt bald, "One day you'll be there" macht das sehr geschickt mit seiner Stottergitarre, die sich zum Refrain in allgemeines Wohlgefallen auflöst. Dem Album bleibt danach auch nichts anderes mehr übrig, als das gleiche zu tun. Zurück bleibt nach dem butterweichen "For you" nur ein kleiner Fettfleck. Aber darin spiegeln sich jede Menge schöner Erinnerungen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Let's build a fire
  • Steal the blueprints
  • Ignoring all the detour

Tracklist

  1. Let's build a fire
  2. Fadeout
  3. Steal the blueprints
  4. The important thing is love
  5. Thrown into the fire
  6. Summer dres 2 (Iodine)
  7. Ignoring all the detour
  8. Profession
  9. One day you'll be there
  10. This is all (I have left)
  11. Leap year
  12. Time and space
  13. For you

Gesamtspielzeit: 52:09 min.

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