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Nina Kinert - Let there be love

Nina Kinert - Let there be love

Another / V2 / Rough Trade
VÖ: 14.07.2006

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Die neue Bürgerlichkeit

Nina Kinert will bleiben: 22 Jahre ist sie alt, kommt aus Schweden und legt mit "Let there be love" gerade ihr Debüt auf der internationalen Bühne hin. Spricht dies dafür, daß sie bleibt, daß man sich den Namen merken muß und daß es schon in naher Zukunft gar nicht mehr so einfach sein wird, ihr zu entgehen? Sie hat die Stimme, das Aussehen und den Support, den es braucht, um in einer globalisierten Welt anzukommen. Sie schreibt Songs, die so einfach wie geheimnisvoll sind; Songs, die Geborgenheit bieten und Halt versprechen; Songs, die ganz wunderbar zum Zeitgeist der neuen Bürgerlichkeit passen. Oder anders: Songs, zu denen sich hervorragend kochen läßt, zu denen Rotwein ebenso paßt wie Latte Machiato.

In Schweden wird Kinert längst als Wunderkind gefeiert, doch sollte man selbstverständlich zunächst nach der Substanz fragen, bevor man sich dem Charme ergibt. Plattencover und Mitsummgarantie dürfen ja schließlich nicht die einzigen Auszeichnungen bleiben. Los geht es mit "Separate ways", einem Aufmacher der klingt, als hätte Nina Persson einen Norah-Jones-Song gecovert. Wunderbar gediegen und verträumt, frei von Überraschungen, aber mit einem Herz aus Gold. Song Nummer zwei, "Visitor", läßt dann bereits in den ersten Klängen deutlich werden, daß Kinert sich nicht zuletzt vom Country inspiriert fühlt. Wieder schmeicheln die Klänge, wieder fesselt die Stimme, doch bleibt auch hier kritisch zu resümieren, daß der Nährwert weit unter dem Tagesbedarf liegt. So geht es weiter: Perle reiht sich an Perle oder Belanglosigkeit an Belanglosigkeit. Es kommt immer darauf an, wie genau man hinhört: ob man die Musik nur als Tapete nimmt oder ob man versucht, sie ernstzunehmen.

Alles an diesem Album ist so klar wie ein Gebirgsbach. Mit großen Augen kommt es daher und macht es unmöglich, die Ohren zu verschließen. Sirenengleich spinnt Kinert ihre Umgebung ein, macht die Welt zum Resonanzboden für ihre Sehnsüchte, für ihre Vermissensängste. Ebenso sorgsam achtet sie darauf, daß ihre Musik die Bewußtseinsschwelle nicht zu weit überschreitet. Das ist gut gedacht, da sich gerade in den Momenten, in denen sie am auffälligsten ist, überdeutlich ihre Schwächen zeigen. Man vergleiche nur das heulende "Who am I supposed to be". Eine intensive Beschäftigung mit sich selbst scheut sie, flüchtet sich lieber in textliche und instrumentale Floskeln, in Erinnerungen und scheinschwere Leichtigkeiten. Die Kaffeeröster dieser Welt wird es freuen: Die Musik ist so einfach, daß man sie nicht kennen muß, um sie zu verstehen. Und sie ist so kurzlebig, daß man immer wieder zu dem Ort zurückkehrt, wo man sie gehört hat. Insofern wird Nina Kinert bleiben. Nur ob man sie kennen muß, sei dahingestellt.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Been no good
  • Let go now

Tracklist

  1. Separate ways
  2. Visitor
  3. Memories fading out
  4. Hey Jack
  5. Let go now
  6. In my clutch
  7. Not quite
  8. Been no good
  9. Hymn for you to sing
  10. Something else
  11. Who am I supposed to be
  12. Let there be love

Gesamtspielzeit: 35:40 min.

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  • Nina Kinert (20 Beiträge / Letzter am 22.04.2011 - 11:41 Uhr)