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The Divine Comedy - Victory for the comic muse

The Divine Comedy - Victory for the comic muse

Parlophone / Capitol / EMI
VÖ: 23.06.2006

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Der Herbstzeitlose

"If there's a war / I'll sleep with you before you get killed." Was für ein Einstieg! So viel Sex war bei Neil Hannon noch nie. Und wo der Vorgänger "Absent friends" seine Reize erst nach und nach preisgab, setzt sich "Victory for the comic muse" gleich unmittelbar in Szene. "To die a virgin" schrubbt mit Pauken und Trompeten los und sarkastet saftig über hilflose Jünglingsversuche, endlich die erste Kopulation klarzumachen: "With all the bombs and the bird-flu / We're probably gonna be dead soon / And here we are in your bedroom / Oh, did I tell you I love you?"

Selbst wenn The Divine Comedy mal kräftig zulangen, ist hinterher nicht einmal die Krawatte verrutscht. "Victory for the comic muse" tänzelt einmal mehr zwischen gespielter Hilflosigkeit, zärtlichem Spott und feinsinnigen Seufzern hin und her. Hannons Arrangements setzen dazu mit Streichern, Mariachibläsern, Cembalo und einigem anderen Spielzeug weitere Nadelstiche. Als pieksten seine Verse nicht schon genug: "She's got a famous boyfriend / They go out in style / She makes him look hetero / And he helps her profile."

Hannons sanftes Näseln gönnt sich sogar echte Zuneigung, wenn er im Countryschunkler "Mother dear" von seiner Mutter schwärmt oder im bewegenden "The light of day" zum beschwichtigenden Klang einer Oboe durch Erinnerungsstücke einer verflossenen Liebe blättert. Besonders herzergreifend gerät "A lady of a certain age", das einer eigentlich nutzlosen Dame höherer Geburt mitsamt den Unerquicklichkeiten ihres Lebens ein salbungsvolles Denkmal setzt. "You had to marry someone very, very rich / So that you might be kept in the style to which / You had all of your life been accustomed to / But that the socialists had taxed away from you."

Es sind natürlich nicht nur diese herrlichen Zeilen, in denen Hannons Klasse zur Geltung kommt. Die feingliedrigen Orchestrierungen, die gewitzte Theatralik, die trotz aller Wirrnisse stets aufatmenden und tröstenden Melodien. In "The plough" stolpert ein weltfremdes Landei von einem Unrecht zum nächsten und wundert sich zu dramatischen Walzertakten über die Selbstverständlichkeit, mit der die Menschheit all das längst hinnimmt. Das instrumentale Kleinod "Threesome" zwinkert durchs Moll, das wundervolle Associates-Cover "Party fears two" stürtzt sich ungeduldig in die Dekadenz, und das leichtfüßige "Arthur C. Clarke's mysterious world" beschwört die Faszination des Rätselhaften am Beispiel der Frau. Bezaubernd. Selbst wenn Hannon spottet, bleibt er stets der perfekte Gentleman. So englisch kann eigentlich nur ein Ire sein.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • To die a virgin
  • Mother dear
  • A lady of a certain age
  • The plough

Tracklist

  1. To die a virgin
  2. Mother dear
  3. Diva lady
  4. A lady of a certain age
  5. The light of day
  6. Threesome
  7. Party fears two
  8. Arthur C. Clarke's mysterious world
  9. The plough
  10. Count Grassi's passage over Piedmont
  11. Snowball in negative

Gesamtspielzeit: 44:30 min.

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