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Ghostface Killah - Fishscale

Ghostface Killah - Fishscale

Def Jam / Island / Universal
VÖ: 05.05.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Fischers Fritze

Wenn man nicht davon ausgehen müßte, für so eine Aktion mit Zettel am Fuß in einer riesengroßen Plastiktüte zu enden, dann würde man sich die ganzen HipHopper ja mal gerne am Schlafittchen packen, links und rechts abwatschen und dann noch an den Knöcheln aus einem Fenster halten wollen. So viele haben so viel Talent. Aber kaum einer weiß, wann es mal gut ist. Eine Platte ist erst dann fertig, wenn sie voll ist. Die Liste der Features erst dann komplett, wenn alle untergebracht sind, die im Handy-Telefonbuch stehen. Und die Produktion erst dann dick genug, wenn sie nicht mal mehr in Reiner Calmunds Jogginghosen paßt. Man hätte nur einen Typen gerne mal, der kapiert, wie viel wenig manchmal sein kann.

Ghostface Killah ist nicht dieser Typ. Sein neues Album dauert sieben Skits, 17 Tracks und 65 Minuten, die Gästeliste ist länger als bei Paris Hiltons Geburtstagsparty. Und das ist eine verdammte Schande. Es sind nämlich ein paar Raketen auf dieser Platte, die kann man kaum glauben vor lauter Kick und Schmiß und Witz. Aber drumherum steht dann so viel Trara und Gedöns, daß sie einem fast noch durch die Lappen gehen. "Shakey dog" und "The champ" zum Beispiel. Ein One-Two-Punch in jede ungedeckte Magengrube, ein irres Gesample zwischen alten Soul- und Funk-LPs mit der gehetzten Stimme eines gut beschäftigten Serienkillers. Da gibt es einfach kein Halten mehr. Und wir hätten es trotzdem fast nicht mitgekriegt.

Es steckt überhaupt so unglaublich viel drin in diesem Album; es ist so zugestellt worden mit Zwischenrufen von hinten, dubiosen Begleitgeräuschen und kleinen Einwürfen, daß es eine Freude wäre, sich da reinzulegen - wenn man gerade keinen Job und auch sonst nichts zu tun hätte. Hunde bellen, Schüsse fallen, Ghostface rappt, bis die Zunge nichts mehr hergibt. Fürs hinkende "9 mili bros." wird Ol' Dirty Bastard nochmal ausgegraben, im mürrischen Bonustrack "Three bricks" steigt The Notorious B.I.G. vom Kreuz. Und wenn man gerade glaubt, den Kopf mal hochnehmen zu können, übernimmt eine andere Stimme mit einem anderen Blickwinkel. Es ist dieser Platte schlicht nicht beizukommen.

Statt sich da also groß einen abzubrechen, sollte man die Dinge vielleicht einfach über sich ergehen lassen - und dem Album dabei zugucken, wie es in lustiger Übermotivation ein verrücktes Kunststückchen nach dem anderen vorführt. "Whip you with a strap" ist der große Runterkommer auf "Fishscale", das verhältnismäßig unkomplizierte "Jellyfish" wurde um eine stur leiernde Orgel herum gebaut, und das gnadenlose "Clipse of doom" reitet so lange auf einem einzigen Gitarrenton herum, bis selbst ein Minimalist wie John Fursciante kapitulieren würde. Und wenn das erstmal passiert ist, kann man ja sowieso nichts mehr machen. "An artist more universally accepted than American Express", meint das Label so treffend. Und eine hoffnungslos begabte Platte, mindestens genauso überstrapaziert wie Elton Johns Kreditkarte.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Shakey dog
  • The champ
  • Whip you with a strap
  • Big girl

Tracklist

  1. The return of Clyde Smith (Skit)
  2. Shakey dog
  3. Kilo (feat. Raekwon)
  4. The champ
  5. Major operation (Skit)
  6. 9 milli bros. (feat. Wu-Tang Clan)
  7. Beauty Jackson
  8. Heart Street directions (Skit)
  9. Columbus exchange (Skit) / Crack spot
  10. R.A.G.U. (feat. Raekwon)
  11. Bad mouth kid (Skit)
  12. Whip you with a strap
  13. Black like that (feat. Ne-Yo)
  14. Be easy (feat. Trife)
  15. Clipse of doom (feat. Trife)
  16. Jellyfish (feat. Theodore Unit)
  17. Dogs of war (feat. Raekwon & Theodore Unit)
  18. Barbershop
  19. Ms. Sweetwater (Skit)
  20. Big girl
  21. Underwater
  22. The ironman takeover (Skit)
  23. Momma (feat. Megan Rochell)
  24. Three bricks (feat. The Notorious B.I.G. & Raekwon)

Gesamtspielzeit: 64:48 min.

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