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The Gathering - Home

The Gathering - Home

Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 15.04.2006

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Kopfkino

The Gathering haben ihre Hörer schon kurz nach ihren Doom-Tagen durch gleich mehrere Wechselbäder gejagt. Über den stilistischen Umbruch sind hinreichend Worte verloren worden, ebenso über das wachsende Maß an Reife und Spannung bei jedem neuen Album. Daß die Band selbst jedoch im wahren Leben einmal innerhalb kurzer Zeit die komplette Bandbreite an Gefühlen im Zeitraffer durchlaufen würde, hätte hingegen niemand gedacht: Nur wenige Wochen, nachdem Sängerin Anneke van Giersbergen Mutter wurde, starb der Vater der Brüder Rutten, ihres Zeichens Rest der Kreativabteilung. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt, das schreit eigentlich nach musikalischer Verarbeitung.

Nicht wirklich erstaunlich also, daß die Gitarre wieder in den Verstärker gestöpselt wurde. Mit weit aufgerissenem Verzerrer. Dabei von Anfang an groteske, jedoch faszinierende Klangräume schaffend. Für schnöde Riffs ist diese Band mittlerweile viel zu kreativ. Doch "Shortest day" marschiert, statt vor sich hin zu wabern. Für den Rhythmus reichen Schlagzeug und Baß. Insofern wird schnell klar, wieso "Home" mehr nur als eine Metapher ist. Man kommt nach Hause, findet Vertrautes vor und vervollkommnet es. Soll heißen: Das Psychedelische von "Souvenirs" wird durch Metall von "if_then_else" ergänzt und erweitert.

Und so verlangt das Album bei tollkühnen Sprüngen zwischen diesen Extremen dem Hörer volle Aufmerksamkeit ab. Überdeutlich beim brüsken Wechsel vom verträumt perlenden "Forgotten" zum wüst stampfenden "Solace". Abgelöst vom juvenil klimpernden "Your troubles are over". Und so weiter. The Gathering lassen sich nicht mehr stilistisch festnageln, sie entziehen sich jedem Griff, der eine Schublade als Ziel hat. Wenn die Metapher des Kopfkino jemals einen Sinn hatte, hier ist er. Dazu kommt, um diese Atmosphäre noch weiter zu verdichten, ein Sound, der mit abgrundtiefen Bässen und kristallklar tröpfelnden Höhen seinesgleichen sucht.

Eigentlich müßte an dieser Stelle der Spruch folgen, daß The Gathering ihren Weg gefunden haben. Nur würde man mit dieser Festlegung sicher bald Lügen gestraft werden. Warten wir also ab, wozu die Holländer noch imstande sein werden. "Home" jedenfalls hat ein gerüttelt Maß an Perfektion erreicht, vereinigt es doch alles, was zuvor war. Und mit "Forgotten reprise" hat man en passant den legitimen Nachfolger des famosen "How to measure a planet?" geschaffen. Dieses Album ist wahrlich aufwühlend und doch beruhigend. Mitreißend und faszinierend. Eintauchen!

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Shortest day
  • Forgotten
  • Your troubles are over

Tracklist

  1. Shortest day
  2. In between
  3. Alone
  4. Waking hour
  5. Fatigue
  6. A noise severe
  7. Forgotten
  8. Solace
  9. Your troubles are over
  10. Box
  11. The quiet one
  12. Home
  13. Forgotten reprise

Gesamtspielzeit: 60:21 min.

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