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Pretty Girls Make Graves - Élan vital

Pretty Girls Make Graves - Élan vital

Matador / Beggars / Indigo
VÖ: 31.03.2006

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Umschwung

Pretty Girls Make Graves verbreiten gerne Hoffnung. "The new romance" hieß es vor zweieinhalb Jahren, nun wird "Élan vital" verkündet. So gut, so schwungvoll. Vor zweieinhalb Jahren schon deutete der Seattler Fünfer mit ohrwurmigem Geknarze und reichlich Charme das an, womit wenig später knackige Britenburschen auf Welteroberungstour gingen. New Wave of the New Wave und so. Mit herrlich sperrigen Hymnen wie "All medicated geniuses" und "This is our emergency", die so unter Dampf standen, daß sie glatt auf der Bühne ein noch windschnittigeres Eigenleben entwickelten.

Doch kaum erwartete man, daß sich auch die Bande um Andrea Zollo in den immer tanzbarer werdenden Strom werfen würde, ging es zurück auf Los. Riffschleuder Nathan Thelen warf hin und wurde durch Tastendrückerin Leona Marrs ersetzt. Anstatt flott weiter zu rocken entdeckten Pretty Girls Make Graves die Innerlichkeit. Der äußerliche Schwung von "The new romance" wich diesmal brodelnden Vulkanen, die sich erst langsam auf den möglichen Ausbruch vorbereiten. Und auch schon mal mit heißer Lava spritzen, falls sich die Aufmerksamkeit zu verabschieden droht.

Denn "Élan vital" ist kein Album für die spontane Begeisterung. Komplexe Konstruktionen stellen sich wackelnden Körperteilen in den Weg, keine unnötigen Kinkerlitzchen lenken von den eigenwilligen Gesangsmelodien ab. In "The nocturnal house" echoen die Gitarren an Zollos Knistern vorbei. "Parade" läßt ein taumelndes Klavier vorbeiflanieren. In "Bullet charm" klickert und zwischert es, während sich Schlagzeug und Baß anknurren. Die Musik wirkt zunächst roh und unnahbar.

Aber auf erste Eindrücke sollte man ohnehin wenig geben. Was zunächst versponnen und kratzbürstig klingt, brennt sich umso nachhaltiger in den Gehörgang ein. Songs wie "The magic hour" oder "Domino" verleugnen zwar niemals ihre schroffe Identität, hinterlassen aber ihre tückischen Widerhaken gleich im Dutzend. Flatternde Rhythmen und vor Anspannung zitternde Gitarren laden die mehrschichtigen Arrangements zusätzlich auf. Und dann ist "Élan vital" vorbei. Ein statisches Knistern fährt durch Mark und Bein. Die so sehnsüchtig erwartete Explosion findet nicht auf der Platte statt. Sondern mitten im Gehirn des Zuhörers.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The number
  • Parade
  • Domino
  • The magic hour
  • Bullet charm

Tracklist

  1. The nocturnal house
  2. Pyrite pedestal
  3. The number
  4. Parade
  5. Domino
  6. The magic hour
  7. Selling the wind
  8. Pearls on a plate
  9. Pictures of a night scene
  10. Wildcat
  11. Bullet charm

Gesamtspielzeit: 41:57 min.

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