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Memphis - I dreamed we fell apart

Memphis - I dreamed we fell apart

Paper Bag / Cargo
VÖ: 18.11.2005

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Deine Stimme zählt

Kuscheltiere

Wir haben Torquil Campbell, den Sänger der Stars, ja unter anderem deshalb so gern, weil er immer rüberkommt wie ein einigermaßen hoffnungsloses Weichei. Man kann diesem Kerl von optimistisch geschätzten 170 Zentimetern förmlich ansehen, wie er zu High-School-Zeiten vom Kapitän der Football-Mannschaft gepiesackt und verdroschen wurde. Mann kann sich ausmalen, daß er nach jedem Tritt zwischen die Beine ein ermutigendes "Das kannst Du aber noch besser!" gerufen hat. Und auch die Vorstellung, wie sich Campbell danach zum Schach-, Debattier- oder Gott weiß welchem Nerd-Club geschleppt hat, fällt nicht besonders schwer. Leute wie er sind eben nicht cool. Sie sind wie wir. Und deshalb ist es leicht, sie zu mögen.

Was noch dazukommt: Campbell ist bei aller Tendenz zum Schattenparken nur vordergründig der netteste Mensch der Welt. Es steckt ein ziemlich ausgekochtes Schlitzohr in diesem Typ. Und vor wenigen Monaten hat er es zum ersten Mal so richtig rausgelassen. "Set yourself on fire" heißt das kämpferische, trotzköpfige dritte Album der Stars - und es ist eines der reifsten und mutigsten Statements, die der Indierock in 2005 von sich gegeben hat. Das Problem mit "I dreamed we fell apart", der ersten richtigen Platte von Campbells zweiter Band Memphis ist deshalb schnell erklärt: Es ist vor dieser Freischwimmer-Phase entstanden. Und zeigt den Mann mit der kuscheligen Bettvorleger-Stimme folglich als einigermaßen hoffnungsloses Weichei. Sehr leicht zu mögen. Aber harmlos wie koffeinfreier Kaffee.

Zusammen mit Langzeit-Kumpel Chris Dumont hat Campbell diese Lieder im Sommer von 2003 aufgenommen. Mal trafen sie sich in Vancouver, mal in New York. Dann kamen sie in Seattle zusammen, und einmal auch in North Carolina. "I dreamed we fell apart" klingt aber trotzdem in jeder Sekunde, als hätten beide während seiner Entstehung nicht ein einziges Mal ihre Betten verlassen. Mit Laptop auf dem Schoß und Hagebuttentee auf dem Nachttischchen wurden Songfiles hin- und hergeschickt. Zwischen zwei Kissenschlachten sind flaumige Beats gefertigt und sensible Akustikgitarren eingespielt worden. Und die Streicher haben blonde Engel in weißen Nachthemden beigesteuert. Zumindest in unserer Vorstellung.

Es ist nur leider so, daß sich ziemlich schnell die ersten Risse in Memphis' verträumter Idylle abzeichnen. Nach dem daunengefederten Auftakt mit "The second summer", den abgehobenen Querflöten aus "For everyone eighteen" und dem Dauerregen von "3:15 on the last day of school" taucht die Platte erstmal für drei Stücke unter der Wasseroberfläche ab. Schlängelt sich durch Stücke, die nur aus In- und Outros zu bestehen scheinen. Und kommt erst beim Pet-Shop-Boys-Cover "Love comes quickly" wieder raus, das hier tatsächlich noch ein bißchen sanftmütiger klingt als im Original. Torquil Campbell wußte wohl selbst, daß danach etwas passieren mußte. Deshalb hat er sich und seine andere Band in Brand gesteckt.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • The second summer
  • 3:15 on the last day of school

Tracklist

  1. The second summer
  2. For anyone eighteen
  3. Into the wild
  4. 3:15 on the last day of school
  5. Hey mister, are you awake?
  6. East van
  7. The nootka chimes
  8. Nada
  9. Love comes quickly
  10. Lullaby for a girl friend (Or happy trails)
  11. Voicemail

Gesamtspielzeit: 37:13 min.

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