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John Vanderslice - Five years: Selected songs 2000-2005

John Vanderslice - Five years: Selected songs 2000-2005

Barsuk / Indigo
VÖ: 14.10.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

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Kritiklos

Frage: Woran mißt sich in unseren heutigen Zeiten die Popularität eines Interpreten? Kühne Antwort, schlicht und einfach: an der Länge und Anzahl der bei amazon.de angehängten Rezensionen. Haste keine, biste nichts! So einfach ist das mitunter. So ehrlich aber auch ist der Gradmesser. Soll jetzt nicht meinen, daß Popularität auch Qualität bedeutet. Denn dies hieße konsequent, daß es an qualitativen Momenten auf "Five years", der kleinen Werkschau des amerikanischen Songwriters John Vanderslice, mangeln würde. Im Internetlädchen für Musik nämlich bleibt er unkritisiert.

Sechzig Monate hat es gedauert, bis erstmals was in Deutschland von ihm veröffentlicht wird, sechs Alben sind in dieser Zeit entstanden. Das Schönste, Rührendste, Innovativste dieser Zeit ist auf diesem Album gelandet. Vanderslice findet im Songwriter-Genre nur halbe Heimat. Die andere bietet ihm das Lager Indierock, denn fast alle Stücke garniert er mit satten E-Gitarren. "Up above the sea" etwa. Ein elektronisch fauchender Opener, der mit bodenloser Melodie brilliert. "Speed lab" rockt mindestens ebenso sehr, wie es das Herz berührt. Und "Time travel is lonely" changiert die ruhigen und die energischen Phasen stets bemüht.

Lauscht man John Vanderslice, dann möchte man einem seiner Konzerte beiwohnen. Jetzt und auf der Stelle. Auf Platte, und hier muß alle Sympathie ganz kurz verschwinden, entfalten die Songs nicht ihre ganze Aura. Man merkt der Songsammlung die gewungenermaßen heterogene Atmosphäre deutlich an. Die Stile und Stimmungen wechseln, Launen aus fünf Jahren mischen sich. Alle Instrumente dürfen mal mitspielen, auch die Klasse der Songs schwankt stark.

An tollen Momenten indes mangelt es nicht: "Me and my 424" läßt beherzt die Tasten tanzen. "Trance manual" rutscht ganz tief in den synthetischen Sessel des Trübsinns. Und "My old flame" ist wehmütige Erinnerung an ein altes Flämmchen, einsam mit Gitarre eingezupft und mit Geigen orchestriert. Sparflamme, aber manchmal doch hell leuchtend. Heimlicher Hit dieser Sammlung ist, wenn auch vielleicht ein wenig moralisch inkorrekt, der Song "Bill Gates must die". Obwohl, wenn man es anders liest: Müssen wir ja alle irgendwie! Klasse Song, ohne Einschränkung. Passabel gerät auch die fast schüchterne "Promising actress" mit den feinen Zeilen: "We're on Mulholland Drive / Can you survive a look inside?" Und zum Ende gibt es den "Exodus damage", eine Melodie, wie sie auch in Omaha hätte geschrieben werden können. Noch so ein Höhepunkt.

Aber wie soll man dieses Album nun gebührend werten, womöglich gar eine Kauf-Empfehlung aussprechen, wo doch auf der Heimatseite des Künstlers die Songs zum freien Download und die Cover zum Ausdruck bereit stehen? Da starren die Augen gebannt auf all die freien MP3s auf der Website und wundern sich ob dieser Großherzigkeit. Wie nett ist das denn? Und plötzlich wird der Rezensent mindestens ebenso kritiklos wie die Künstlerseiten von Vanderslice im oben beschriebenen Internetmusiklädchen.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • Trance manual
  • Bill Gates must die
  • Promising actress
  • Exodus damage

Tracklist

  1. Up above the sea
  2. Speed lab
  3. Time travel is lonely
  4. Me and my 424
  5. Trance manual
  6. The mansion
  7. My old flame
  8. Pale horse
  9. Bill Gates must die
  10. Promising actress
  11. Nikki o Nikki
  12. Keep the dream alive
  13. Exodus damage

Gesamtspielzeit: 51:05 min.

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