Katie Melua - Piece by piece
Dramatico / Rough Trade
VÖ: 23.09.2005
Unsere Bewertung: 5/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Deine Stimme zählt
Schlaf, Zimmer, Blick
Musik verbindet Generationen. Nicht zwangsläufig immer die gleiche Musik, aber der Grundgedanke ist klar und auch in den Veröffentlichungen der letzten Wochen ablesbar: Für die kleinen Geschwister gibt es The Rasmus und Tokio Hotel, für Mutti Paul McCartney und Udo Jürgens und für Vati The Rolling Stones und Katie Melua. Erstere zum Noch-mal-jung-Fühlen, letztere, weil man die Platte auch beim Essen hören kann, ohne daß sich die Gattin beschwert.
Doch Stop! Warum eigentlich immer auf dem fahrstuhlmusikalischen Nutzen der jungen Damen rumreiten, die das machen, was "Leute, die sich mit Jazz nicht auskennen, 'Jazz' nennen", wie der Kollege in der Rezension zu Meluas Debüt "Call off the search" so passend schrieb? Sicher, in ihrer Unaufgeregtheit drängt sich die Musik von Katie Melua für den Nebenhergebrauch förmlich auf, zumal "Piece by piece" die mehr als nur konsequente Fortführung von "Call off the search" ist.
Ein klein wenig mehr Blues schimmert durch die schlurfigen Popsongs, die nach Kaminfeuer oder wenigstens Kerzenschein schreien. Wobei "schreien" hier sicher das grundfalsche Verb ist. Denn "Piece by piece" ist so entspannt, daß es nicht mehr weit von schläfrig entfernt ist. Vom Gebrauch der Platte im Autoradio auf Nachtfahrten sei in jedem Falle abgeraten.
Unter den obligatorischen Coverversionen findet sich diesmal "Just like heaven" von The Cure. Fans von Robert Smith und Band werden da vielleicht weinen (auch die Jungen unter ihnen), aus musikalischer Sicht ist es aber schon recht interessant, was hier mit dem Song passiert. Wer nicht auf den Text achtet, würde das Lied kaum wiedererkennen. Die meisten Songs stammen aber aus der Feder von Melua und/oder ihres Pianisten Mike Batt. Der gerade 21jährigen ist beispielsweise das naiv-politische "Spider's web" gelungen, dessen schwelgender Refrain direkt ins Ohr geht.
Verglichen mit dem Debüt fehlen auf "Piece by piece" jedoch Großtaten wie die damalige Single "The closest thing to crazy". In sich ist das Album aber trotz gelegentlicher Beliebigkeiten stimmungsvoll geraten. Es wird vorweihnachtliches Kaffeetrinken ebenso untermalen wie Hotellounges, Fahrstühle und Dinnerparties. Und das ist schon okay, denn unsere volle Aufmerksamkeit braucht das Album nicht.
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Highlights
- Shy boy
- Spider's web
- Thankyou, stars
- Just like heaven
Tracklist
- Shy boy
- Nine million bicycles
- Piece by piece
- Halfway up the Hindu Kush
- Blues in the night
- Spider's web
- Blue shoes
- On the road again
- Thankyou, stars
- Just like heaven
- I cried for you
- I do believe in love
Gesamtspielzeit: 44:32 min.
Referenzen
Eva Cassidy; Norah Jones; Rickie Lee Jones; Carole King; Nina Simone; Suzanne Vega; Solveig Slettahjell; Silje Nergaard; Diana Krall; Tanita Tikaram; Natalie Merchant; 10,000 Maniacs; Beverly Craven; Sophie Zelmani; Rachael Yamagata; Fiona Apple; Holly Cole; Joni Mitchell; Anita Baker; Beth Nielsen Chapman; Cassandra Wilson; Ella Fitzgerald; Billie Holiday; Jane Monheit; Sarah Vaughan; Roberta Flack; Oleta Adams; Nnenna Freelon; Soraya; k.d. lang; Shivaree; Tracy Chapman; Emiliana Torrini; Aimee Mann; Cerys Matthews; Indigo Girls; Dido; Danielle Brisebois; Ephemera
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