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Kanye West - Late registration

Kanye West - Late registration

Roc-A-Fella / Def Jam / Universal
VÖ: 29.08.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Diamantenfieber

Es war eine Übernahme mit Ansage: Schon "The college dropout", Kanye Wests letztjähriges Debüt, hatte den Daumen auf allen Zweiflern. Wer zu Musik mit Sprachausgabe nicht gerade stand wie Homer Simpson zu Ned Flanders, konnte gar nicht anders, als den Produzenten und Neu-MC zum einzig legitimen Nachfolger des abgetretenen HipHop-Herrschers Jay-Z auszurufen. Und weil sich da alle so einig waren, dauerte es auch nicht lange, bis der neue Boß auf Sonnenkönig-Modus umschaltete. Wenn Kanye West sich als besten Mann im Business bezeichnet, tut er das heute so selbstverständlich, wie 50 Cent früher über den Haufen geschossen wurde. Und falls mal ein mutiger Spex-Redakteur anmerkt, daß ihn die halbe HipHop-Welt hasse, stellt er eben fest, daß die halbe HipHop-Welt falsch liegt.

Nehmen wir an, West hat Recht. Es gibt niemanden im Geschäft, der derzeit würdig ist, ihm das Wasser zu reichen, er regiert allein auf weiter Flur. Sollte dem so sein, wäre "Late registration" praktisch die einzig logische Konsequenz daraus. Eine Platte, die die Untertanen befriedigen wird, alle Stärken des Meisters routiniert ausspielt und doch irgendwie in ihrer Selbstgefälligkeit stecken bleibt. Es gibt diese Momente, da ist auch Wests zweites Album wieder eine atemberaubende Demonstration perfekt ausgelernten HipHop-Handwerks, etwa im textlich gewitzten und musikalisch raffinierten, aufwendigen, aber niemals protzigen "Addiction". "The college dropout" allerdings war ein einziger solcher Moment. "Late registration" braucht Kunstpausen.

Zunächst legt West aber mal los wie die Feuerwehr. Die ansonsten unerträgliche Maroon-5-Schmalzschleuder Adam Levine treibt er im beseelten "Heard 'em say" zur Karrierebestleistung. Mit "Touch the sky" feiert er die eigene Schaffenskraft als glühender Funk-Soul-Brother. Und für "Gold digger" konnte er sogar Jamie Foxx überreden, das Ray-Charles-Kostüm nochmal überzuziehen, um ein Hohelied auf die Paarungszeit zu singen. Danach aber das erste der vier Skits, die seltsam sinnleer bleiben und das Album unnötig auseinanderreißen. Und schließlich mit "Drive slow" Kanye Wests erster Track, der einen nicht bis auf den Schlüpfer auszieht. Eminem würde dafür immer noch seine gesamte D12-Posse in Zahlung geben. Aber das ist hier ja auch nicht das Thema.

Am stärksten präsentiert sich "Late registration" derweil im zweiten Albumdrittel. Gemeinsam mit The Game macht "Crack music" den Dampfwalzenführerschein. "Roses" enteilt als überraschend besonnene Gospel-Messe nicht nur dem gleichnamigen Outkast-Stück. Und "Diamonds from Sierra Leone" ist sowohl im Remix mit Jay-Z als auch in der Album-Version ein veritables Brett vor den Kopf jeder HipHop-Hohlbirne. West ist direkter geworden in seinen politischen Texten, sicherlich auch noch ein gutes Stück mutiger. Und berichtet hier zu einem schlicht unfaßbaren "Diamonds are forever"-Sample von den unmenschlichen Bedingungen, unter denen selbst Kinder in Westafrika Edelsteine scheffeln müssen. Das alte Feuer flackert wieder.

Wenn West seinem hasselhoffschen Größenwahn mit "We major" und Nas sowie Really Doe als zügellosen Gast-MCs schließlich die Krone aufsetzt, ist man schon beinahe bereit, doch noch in die ungehemmten Lobpreisungen einzufallen, unter denen "Late registration" zurzeit begraben wird. Weil die Platte dieses Höllentempo aber nicht bis zum Schluß gehen kann, weil gerade gegen Ende mit "Hey mama" und "Celebration" nochmal zwei Stücke an der eigenen Qualitäts-Meßlatte hängen bleiben, hinterläßt sie einen dann doch eher ratlos als geplättet. Kanye West hält sich für den Größten im HipHop. Er hat wahrscheinlich sogar recht damit. Und trotzdem scheint er sich mit dieser Einschätzung selbst im Weg zu stehen. Ein bißchen Lockerheit würde eben auch dem schärfsten aller Aufschneider nicht schaden.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Heard 'em say
  • Addiction
  • Diamonds from Sierra Leone (Remix)
  • We major

Tracklist

  1. Wake up Mr. West
  2. Heard 'em say (feat. Adam Levine)
  3. Touch the sky (feat. Lupe Fiasco)
  4. Gold digger (feat. Jamie Foxx)
  5. Skit #1
  6. Drive slow (feat. Paul Wall & GLC)
  7. My way home (feat. Common)
  8. Crack music (feat. The Game)
  9. Roses
  10. Bring me down (feat. Brandy)
  11. Addiction
  12. Skit #2
  13. Diamonds from Sierra Leone (Remix) (feat. Jay-Z)
  14. We major (feat. Nas & Really Doe)
  15. Skit #3
  16. Hey mama
  17. Celebration
  18. Skit #4
  19. Gone (feat. Consequence & Cam'Ron)
  20. Diamonds from Sierra Leone
  21. Late

Gesamtspielzeit: 60:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
captain kidd
07.03.2006 - 18:39 Uhr
wirklich lächerlich, dass ein typ wie molko, der seit vier alben die selbe langweiler-mucke macht, sich über heutigen hip hop aufregt. soll er doch mal nen spannendes lied ohne klischee-depression schreiben. ach, kann er ja gar nicht. meine güte, der ist so arm der typ.
richtigstellung
08.03.2006 - 11:32 Uhr
der erste hit hiess natuerlich rapper's delight
Armin
26.04.2006 - 19:30 Uhr
KANYE WEST Auf DVD: Seine magische Nacht in Abbey Road

Das Urteil des britischen Q war eindeutig. „Der beste Produzent des HipHop ist nun auch sein größter Live-Performer“, schrieb das Magazin begeistert nach der Gala-Vorstellung von Kanye West in London. Dort machte der Mann nicht irgendwo Station. Nein, es waren die legendären Abbey Road-Studios, in denen sich letzten September 300 handverlesene und zweifellos überaus glückliche Fans versammelten. Was sie dort zu sehen bekamen, war allein schon atemberaubend. 17 Streicherinnen in schwarzen Abendkleidern mit tiefroten Augenmasken – und davor ein DJ und Mister West, auch schwer in Schale, mit knallrotem Einstecktuch passend zur Rose im Knopfloch.

Doch, die eine oder andere Träne wird schon geflossen sein in jener magischen Nacht, und sei es aus purem Glück, mit Songs wie „Diamonds From Sierra Leone“, „Touch The Sky“ und „Heard ’Em Say“, mit illustren Gästen wie John Legend, Lupe Fiasco und GLC. Dies alles jetzt auf der DVD „Late Orchestration“. Und noch viel mehr, nämlich u.a. fünf Videos sowie ein bisher unveröffentlichtes Interview, in dem Kanye West nicht nur die Hintergründe zu dieser Show in historischem Ambiente erhellt, sondern auch verrät, was er wirklich über die Frauen mit den Geigen dachte....


Armin
03.05.2006 - 19:46 Uhr
Kanye West
Aktuelle Single "Touch The Sky" - VÖ: 05.05. // Aktuelle DVD "Late Orchestration"

KANYE WEST - Touch The Sky

Dass sich Kanye West gerne aus Vaddis Plattenkiste bedient, weiss jeder, der auch nur eine halbwegs gut sortierte Musiksammlung sein Eigen nennen kann.

Seine Sampleauswahl ist auch im Vergleich zum Vorgänger Album „College Dropout“ wesentlich schamloser geworden, wie die vierte Single aus „Late Registration“ deutlich macht.

Wer kennt ihn nicht, den Hit „Move On Up“ von Curtis Mayfield zu dem wir alle schon mal betrunken abgehottet haben. Sei es auf Betriebs-, Weihnachts-, Abi-, Studenten- oder Geburtstagsfeiern ... Das gleiche wird sich auch Kanye West gedacht haben, der sich des mass appeals dieses Funk-Monstrums bedient, um auch noch mit der vierten Single das Maximum aus seinem zweiten Longplayer zu pressen.

Damit die Opulenz des Tracks sich auch visuell widerspiegelt werden wir im Video mit den Argumenten des Baywatch Babes und Vorzeige Playmates Pamela Anderson verwöhnt, die sich mit Kanye West (mimt im Video übrigens die 70er Legende Evel Knievel) eine handfeste Knutscherei liefert.

Neu auf diesem Track ist Lupe Fiasco, ein protegé von Jay-Z – der wievielte eigentlich? –, der mit seinen 16 Takten auf „Touch The Sky“ beweist, dass er ein ganz Großer werden kann.

Wer allerdings weiterhin, auch und vor allem nach eigener Ansicht, der absolut Größte bleibt, steht wohl ausser Frage ...


Armin
17.05.2006 - 15:41 Uhr
Impossible“ von Kanye West feat. Twista, Keisha Cole & BJ seit heute exklusiv bei iTunes

Nach U2 und Limp Bizkit, die jeweils die Songs zum ersten bzw. zweiten Teil der „Mission Impossible“ Trilogie beisteuerten, ist nun Kanye West die Ehre zuteil geworden, den dritten Teil musikalisch zu veredeln.

Dabei leistete Hauptdarsteller Tom Cruise, der bekennender Kanye West Fan ist und ihn Gerüchten zufolge zusammen mit Schauspielkollegen Jamie Foxx sogar zum Co-Patenonkel seiner neugeborenen Tochter gemacht hat, höchstpersönlich Überzeugungsarbeit beim ursprünglich „zu beschäftigten“ Überproduzenten und -performer.

Anscheinend war Tom Cruise so überzeugend, dass Kanye West nicht nur das allseits bekannte „Mission Impossible“ Theme Original von Lalo Schifrin neu interpretierte, sondern mit „Impossible“ auch mal eben einen kompett neuen Track aufnahm, dessen Fertigstellung nach eigenen Angaben 50 Stunden dauerte! Mit dabei sind der amtierende Weltrekordhalter im Schnell-Rappen und Chicago-Homie Twista und das neu auf seinem G.O.O.D. Music Label unter Vertrag genommene R&B Goldkehlchen Keisha Cole, das bereits auf Kanyes „Touch The Sky Tour“ im Vorprogramm zu sehen war.

Diesen Track gibt es NUR als Download exklusiv bei iTunes!

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