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Mogwai - Government commissions (BBC sessions 1996-2003)

Mogwai - Government commissions (BBC sessions 1996-2003)

Rock Action / PIAS
VÖ: 21.02.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Stirb langsamer

Wenn Mogwai "Rock" sagen, muß man sich das entsprechende Rollen eher als ein langgezogenes Grollen vorstellen. Das gilt für die sorgsam herausgemeißelten Songkristalle auf ihren famosen Platten ebenso wie für die luftabschnürenden Impressionismen, mit denen sie noch jedes Publikum selbst am hellichten Tag ins Dunkel gebeamt haben. "Government commissions (BBC sessions 1996-2003)" hält nun die schottischen Laut-Leise-Philosophen in zehn beeindruckend präzisen Momentaufnahmen fest, die sie im Laufe der Jahre für den britischen Rundfunk, meist für die nunmehr leider heftig vermißte Legende John Peel, eingespielt haben.

Dabei führt das Album den Hörer zunächst an der Nase herum. Ganz profan und marktschreierisch wird die Band einem johlenden Publikum vorgestellt, bevor die Glasgower sich in die sensible Stalker-Phantasie "Hunted by a freak" stürzen. Alles nur getrickst. Denn "Government commissions (BBC sessions 1996-2003)" ist natürlich kein ordinäres Livealbum. Kein Grölen stört die Krachopern, kein plumpes Klatschen matscht neben dem Takt herum. Mogwai, so scheint es, haben die ganze Welt für sich allein. Doch selbst wenn Publikum anwesend wäre, stünde ihm angesichts der mit aller Feinfühligkeit von der Partitur in die PA transferierten Miniepen der Atem still.

Die zehn Songs auf "Government commissions (BBC sessions 1996-2003)" stammen von unterschiedlichen Sessions und wirken doch wie aus einem Guß. Von synapseneinlullenden Frühwerken wie "R U still in 2 it" über Todessehnsüchte wie "Cody" vom '98er Meisterwerk "Come on die young" bis hin zu den ohrenbetäubend stillen Preziosen von "Rock action" und "Happy music for happy people" zelebrieren Mogwai die Stille, bis Stecknadeln fallen und Adern gefrieren. Und brechen dann mit brachialster Gewalt über die Trommelfelle hinweg, lassen sterbende Gitarren aufschreien, prügeln Beulen ins Schlagwerk und zerreißen Geduldsfäden wie dünnes Papier.

"Like Herod", das leider nicht in der sagenumwobenen Version für ihren Erzfreund Steve Lamacq, der einst keine fünf Pfund auf ihren Erfolg setzen wollte, sondern in einer anderen, auch immerhin achtzehnminütigen Variante vorliegt, ist das unglaublich intensive Kernstück dieser Kollektion. Dazu stoßen die jüngsten Einspielungen, die 2003 unmittelbar nach der UEFA-Cup-Finalniederlage von Celtic Glasgow gegen den FC Porto festgehalten wurden und daher besonders niedergeschlagen daherkommen. Finstere Ahnungen einer sonischen Apokalypse. Doch schließlich gerät alles in den Fluß seelenruhig vorgetragenen Lärms. Denn genau das ist es, was Mogwai auch und besonders auf der Bühne zum Faszinosum werden läßt. Der Umstand, daß einige dieser klanglichen Verwerfungen gerade erst erschaffen und kaum geprobt waren, macht das Ergebnis noch packender als ohnehin schon. Wahre Rohdiamanten.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Hunted by a freak
  • Cody
  • Like Herod
  • New paths to Helicon part I

Tracklist

  1. Hunted by a freak
  2. R U still in 2 it
  3. New paths to Helicon part II
  4. Kappa
  5. Cody
  6. Like Herod
  7. Secret pint
  8. Superheroes of BMX
  9. New paths to Helicon part I
  10. Stop coming to my house

Gesamtspielzeit: 67:39 min.

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