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Laakso - I miss you, I'm pregnant

Laakso - I miss you, I'm pregnant

Noisedeluxe / Broken Silence
VÖ: 01.11.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Finderlohn

"I wanna find whatever is to find / I wanna know how things can turn out fine" - ein schwedisch/finnisches Quartett auf der Suche nach dem Masterplan, und wir dürfen dabei sein. Das ist nicht nur ganz schön nett, sondern vor allem überraschend: "Fight the fight" eröffnet eines der Debüt-Alben des Jahres in bester dEUS-Manier und legt vieles nahe. Nur nicht den Gedanken, daß es sich hier tatsächlich um vier erst Zwanzigjährige handelt. Popsongs von schlichter Schönheit, denen eine Mischung aus Rebellion und Melancholie ein Krönchen aufsetzt und die immer im richtigen Moment das Licht dimmen.

Das in Schweden bereits vor einem Jahr veröffentlichte "I miss you, I'm pregnant" wurde von Jari Haapalainen (Moneybrother, Fireside, Kristofer Åström) produziert; unaufdringlich und trotzdem einnehmend. Impulsiv und polternd, aber auch: souverän und zuweilen fast entspannend ruhig. Sänger Markus Krunegård gibt alles und nicht weniger. Er legt das gesamte ihm mögliche Gefühlsspektrum in seine Phrasierungen, weiß, wann einem Stück ein leidenschaftlich schiefer Ton gut tut und beherrscht sogar das Dylansche Kunststück mit der kippenden Stimme. Zudem scheuen sich die vier keineswegs vor Glockenspiel, Akkordeon, Posaune und Trompete.

"Loista Laakso" erinnert an ein finnisches Wiegenlied und könnte, zunächst akustisch, dann von einem schwebenden Orchester mit schwärmerischer Leichtigkeit getragen, auch sehr gut Bilder weitläufiger Landschaften untermalen. Während man sich so schön dem Zustand des bezaubert Seins hingibt, beginnt "Clear" mit einem tosendem Instrumentenmeer. Man stelle sich vor: Alle nur erdenklichen Instrumente gehen auf eine Demonstration und skandieren in höchster Lautstärke. Alle durcheinander! Und was macht Krunegård? Er bringt die Menge zum Schweigen und verspricht: "Things turn clear in the end." Und plötzlich ist da Sixties-Pop mit Bläsern und einem gut gelaunten, trampolinspringenden Schlagzeug. Derweil rastet Krunegård aus: Er heult wie ein Wolf, säuselt, fiept, schreit.

Man denkt an Sonic Youth, an die Violent Femmes und bei "Demon" auch an Placebo. Und dann kommt da die herzzerreißende Ballade "Month of mist" wie ein Zuckerwattenwölkchen daher. Wir bleiben auf dem Rummel: "Russkaja ballad" setzt die Schwermut ins Kinderkarussell, neben The Coral. Nach all dem erzählt Krunegård auch noch, daß sein Freund Patrick ihm beigebracht hat wie sein Idol Nick Drake Gitarre zu spielen. Man kann sich auch gleich selbst davon überzeugen, daß das stimmt. Welch anderthalbminütiges Kleinod. Wieder einmal bewahrheitet sich, daß wo ein Wille ist, auch ein Weg ist: Laakso finden auf "I miss you, I'm pregnant" alles, was es zu finden gibt. Vielleicht sogar ein bißchen mehr.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Fight the fight
  • Aussie girl
  • Clear
  • Month of mist
  • Nick Drake

Tracklist

  1. Fight the fight
  2. Aussie girl
  3. Loista laakso
  4. Clear
  5. Demon
  6. Month of mist
  7. Russkaja ballad
  8. Detsva
  9. Emmylou
  10. Eyes of lust
  11. Baby close
  12. Nick Drake
  13. Sensation at five

Gesamtspielzeit: 45:33 min.

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