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The Roots - The tipping point

The Roots - The tipping point

Geffen / Universal
VÖ: 12.07.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

What's going on

2003 war zweifelsohne das Jahr der HipHop-Singles. Die Black Eyed Peas etwa kamen mit "Where is the love?" zwar endgültig im Mainstream unter, gaben der Generation Klingelton aber auch ihre definitive Rap-Hymne zum Spielen. Outkasts André 3000 verlor jeglichen Boden unter den Füßen, landete auf verbotenen Weltraum-Tanzfluren und kehrte schließlich als Funk-Alien mit großem "Hey ya!" zurück. Song des Jahres. Period. Vergessen wir aber trotzdem nicht The Roots. Die hatten auf "The seed 2.0" Killer-Hooker Cody Chesnutt am Start, packten das messerschärfste Gitarrenlick aus, das geht, ohne sich ins eigene Fleisch zu schneiden, und erwiesen über fünf Ecken auch noch dem Rock'n'Roll die Ehre. Eine Pioniertat, mal wieder.

Aber gerade weil dieser Song so unumwunden großartig war, wird man kaum zwölf Monate später das Gefühl nicht mehr los, sich ein bißchen um die Jungs sorgen zu müssen. Zu plump, zu flach und zu gewöhnlich scheint "Don't say nuthin'", der Nachfolger des übermächtigen Superhits. Wieso auf einmal der ganze Hochglanz-Quatsch? Weshalb so risikoscheu? Und warum zum Geier müssen die ausgerechnet jetzt ihre Schwänze ausmessen? Man dachte, die stünden da drüber. Und weiß jetzt gar nicht mehr, wo die überhaupt stehen. Wie gesagt: Sorgen. Wie zu erwarten: unnötig.

The Roots haben wieder vieles anders, aber doch nur wenig falsch gemacht. In gewisser Weise gibt "Don't say nuthin'" sogar die neue Richtung vor - weg vom kaum mehr zu greifenden Futurismus des Vorgängers "Phrenology", zurück zu den eigenen Anfängen. Old-School-HipHop ist natürlich immer noch was anderes, wie sich aber "Web" nur über einem scheppernden Schlagzeug austobt, ist schon ein deutlicher Fingerzeig. "The tipping point" hebt nicht mehr minütlich ab, ist dichter, schlüssiger und weniger extravagant als alles, was die Band in den letzten Jahren gemacht hat. Und es ist ihre politischste Platte, wettert gegen Drogenpolitik, Waffenlobby und Rassismus. Mit Malcolm X auf dem Cover.

Vor allem aber ist dieses gar nicht so verflixte siebte Album für The Roots die Wiederentdeckung des Soul. "Star / pointro" samplet Sly & The Family Stone, "Guns are dawn" gönnt sich einen Marvin-Gaye-Refrain zum alles abnickenden Mini-Beat, und das versonnene "Why" macht sich seine Gedanken zur gut versteckten Gitarre. "The tipping point" ist slick und sleazy, und wenn man das dürfte, würde man sogar "smooth" dazu sagen wollen. Die Experimente beschränken sich indes auf kleine Detailspielereien, selbst die Jazz-Band im herrlich schmierigen "Stay cool" wird nicht so recht von der Leine gelassen. Aber wir haben's ja schon gesagt: Sorgen muß sich deshalb keiner machen. "HipHop is not pop like Kylie Minogue." Und das weiß immer noch keiner besser als The Roots.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Star / pointro
  • Guns are dawn
  • Stay cool
  • Why (What's goin on?)

Tracklist

  1. Star / pointro
  2. I don't care
  3. Don't say nuthin'
  4. Guns are dawn
  5. Stay cool
  6. Web
  7. Boom!
  8. Somebody's gotta do it
  9. Duck down!
  10. Why (What's goin on?)

Gesamtspielzeit: 55:07 min.

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