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The Oliver Twist - New tricks and traps

The Oliver Twist - New tricks and traps

X-Mint / Rakete / EFA
VÖ: 13.06.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

The Charles Dickens

Es tut sich was in deutschen Landen. Und damit ist weder die melancholische Nordfront von Kettcar und Tomte noch der grinsende Überschwang von Virginia Jetzt! und Wir Sind Helden gemeint. In jüngster Zeit rückten so manche Schrägturner besonders die unverdaulichere Variante gitarrenbewehrten Schaffens ins Blickfeld. Waren es noch vor kurzem The Robocop Kraus, die mit ohrwurmigem Gemenge aus Postcore und New Wave auf den Tanzflächen nach Schweiß riefen, sind es nun The Oliver Twist, die fröhlich lärmenden Schabernack treiben.

"New tricks and traps", deren verflixtes drittes Album, ist überdreht, zickig und vorlaut. Das klingt nach Washington D.C. oder nach New York. Und kommt doch mitten aus dem Rheinland. Wenn der kölsche Siebener-Haufen loslegt, wächst alles mögliche, nur kein Gras mehr. Es treffen übersteuerte Riffs auf schrille Synthesizer, krächzende Vocals auf neonbunte Achtziger-Zitate und kantige Grooves auf unverschämt gute Laune.

Analog quietscht es im Opener "The commander's program" aus den Boxen, während sich der Baß bemüht, ein paar weiche Kontrapunkte zu setzen. Prächtig gestimmt steigen die Gitarren ein und werfen alle Scheu über Bord. Aus dem undurchsichtigen Irgendwas steigt plötzlich ein Zitat von Duran Duran empor und macht aus dem zerfahrenen "Manipulate the image and twist fiction & beauty into a schizophrenic time slip" so etwas ähnliches wie eine Hymne. Penetrant gekreischt und trotzdem hartnäckig an den Lauschern gekaut.

Es ist noch zu spüren, daß die Jungs ihren ersten Hörsturz von Hardcore-Scheiben verpaßt bekamen, sich aber längst fast alle Hemmungen abgestreift haben. Die Band hat an käsigen Sprenkeln aus dem Jahrzehnt des schlechten Geschmacks ebenso ihren Spaß wie an verhedderten Gitarrenspuren. Ständig werden Haken geschlagen, damit die Songs nicht plötzlich zu Popliedchen mutieren. Selbst wenn hier manchmal noch die Kratzbürstigkeit aus Überzeugung dem letzten Kick im Wege steht, freut man sich, daß man endlich mal wieder genauer hinhören darf. Daß man schwitzen darf, ohne den Kopf zu unterfordern. "New tricks and traps" - auf solche Fallen läßt man sich gerne ein.

(The Oliver Ding)

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Highlights

  • Manipulate the image and twist fiction & beauty into a schizophrenic time slip
  • Mephisto calls me evil
  • Twenty years of sleep to declare the collapse

Tracklist

  1. The commander's program
  2. Manipulate the image and twist fiction & beauty into a schizophrenic time slip
  3. Mephisto calls me evil
  4. Doing things and going places
  5. Yeah! Yeah! Sunshine bores the day
  6. Twenty years of sleep to declare the collapse
  7. "O misery, eternity!/But two in one were ecstasy."
  8. And U will never walk the streets the way U did
  9. Hidden track

Gesamtspielzeit: 23:08 min.

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